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Mobiler Alleskönner für die Prozessanalyse

Mobiler Alleskönner für die Prozessanalyse

© IFW
Diagnosekoffer des IFW erfasst Maschinendaten

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover macht Industrie 4.0 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mobil greifbar. Die Wissenschaftler und Ingenieure haben ein mobiles Messsystem (MOBImess) zur Erfassung von Maschinendaten entwickelt.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellen gerade besonders kleine und mittlere Unternehmen (KUMU) vor große Herausforderungen. Oft hakt es an der Verfügbarkeit von Daten, um Intelligenz in die Produktion zu bringen. Mit Datenerfassung loszulegen, erfordert oft aber eine hohe Investition. KMU müssen daher das Daten-Potential bewerten können, bevor sie in Datenerfassung investieren. Mit dem mobilen Messsystem unterstützt das IFW vor Ort bei einer Potentialanalyse für Produktionsdaten.

Mit dem mobilen Messsystem des IFW wird die Echtzeit-Erfassung von Informationen für die gesamte Automatisierungspyramide ermöglicht: von der Unternehmensebene (ERP) bis hin zur Feldebene (Prozess- und Zustandsüberwachung). Das System basiert auf einem multitouch 22“ Hochleistungsindustrie Panel-PC mit feldbusunabhängigem Klemmenbus, das in einem Hartschalenkoffer integriert ist.

Das autarke System kann im rauen industriellen Umfeld flexible eingesetzt werden. Die Maschinen‑ und Prozessdaten werden über die gängigen Bussysteme wie PROFIBUS oder PROFINET der Feldebene eingelesen oder mit steuerungsexternen Sensoren gemessen. Das Messsystem ist so aufgebaut, dass die externen Sensoren speziell auf die Herausforderung anpassbar sind.

Als Messgrößen stehen beispielsweise Beschleunigung, Geschwindigkeit, Position, Weg, Temperatur, Druck, Strom, Spannung, Feuchtigkeit, Leistung, Dehnung, Kraft sowie die Regelgrößen (Soll‑ und Ist‑Werte, Antriebsströme, Prozesszustand …) der Maschine zur Verfügung. Die Abtastfrequenz ist abhängig von der Messgröße und variiert meistens zwischen dem Maschinentakt (IPO-Takt) und 100.000 kHz. Die Messgrößen werden in Echtzeit digitalisiert, aufbereitet, verarbeitet und visuell ausgeben.

Der Anwender verfolgt die Messdaten live währen im Hintergrund der Prozess abläuft. Die Prozessinformationen stehen somit direkt zur Weiternutzung bereit. Basierend auf den Informationen führen die Wissenschaftler und Ingenieure des IFW erste Prozessuntersuchungen beim Unternehmen Vorort durch. Eine detaillierte Auswertung erfolgt auf Wunsch entweder beim Unternehmen oder im Institut. Basierend auf dem Expertenwissen werden unbekannte Potentiale erkannt und dem Unternehmen aufgezeigt. Anschließend werden Verbesserungsvorschläge anhand des verfügbaren Expertenwissens bereitgestellt. Das Potential der Daten zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird bewertet.

Dienstleistungen für Unternehmen:

  • Prozessparallele Erfassung von steuerungsinternen Signalen (Soll‑ und Ist‑Werte, Antriebsströme, Prozesszustand etc.)
  • Prozessparallele Erfassung von steuerungsexternen Signalen (Beschleunigung, Geschwindigkeit, Position, Weg, Temperatur, Druck, Strom, Spannung, Feuchtigkeit, Leistung, Dehnung, Kraft etc.)
  • Zeitsynchrone Erfassung von steuerungsinternen und -externen Signalen
  • Maschinenkommunikation mit PROFIBUS, PROFINET, EtherCAT, SERCOS, Modbus
  • Geringer Einrichtaufwand; schnell Vorort verfügbar
  • Prozessparallele Live-Visualisierung der Messgrößen
  • Messdatenanalyse vor Ort oder im IFW
  • Konzipierung eines unternehmensspezifischen Sensorpakets
  • Konzipierung einer Prozess- und Zustandsüberwachung für die unternehmensspezifische Problemstellung
  • Identifikation und Aufzeigen von Potentialen als Ergebnispräsentation beim Kunden

Das IFW unterstützt mit dem mobilen Messsystem KMU bei der Digitalisierung ihrer Fertigungsprozesse. Es zeigt mit dem Messsystem auf, was geht, was benötigt wird und was sinnvoll und was nicht sinnvoll ist. Basierend auf den unternehmensspezifischen Messdaten schafft das IFW Transparenz für die KMU. Auf dieser Basis können KMU auch ohne eigenes Know-how und kostspieliger Sensorik für jeden Prozess oder jede Maschine das Potenzial und die wirtschaftlichen Aufwände und abschätzen und bewerten.

Kontakt:

Für weitere Informationen steht Ihnen Per Schreiber, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 (0) 511 762 18316 oder per E-Mail Schreiber@ifw.uni-hannover.de gern zur Verfügung.