Erfolgreich promoviert am IFW: Leon Reuter

Leon Reuter (2. v. l.) mit der Prüfungskommission (v. l. n. r.): Prof. Dr.-Ing. Berend Denkena, Prof. Dr.-Ing. Petra Wiederkehr und Prof. Dr.-Ing. Max Marian

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) gratuliert Leon Reuter herzlich zur erfolgreichen Promotion. In seiner Dissertation mit dem Titel „Adaptive Prüfplanung für spanend bearbeitete Großbauteile in der Luftfahrtindustrie“ untersuchte Herr Reuter, wie der Aufwand in der Qualitätssicherung durch eine bauteilspezifische Anpassung von Prüfplänen reduziert werden kann. Darauf aufbauend entwickelte er eine Methodik, die künftig eine datenbasierte und adaptive Qualitätsprüfung spanend bearbeiteter Luftfahrtbauteile ermöglicht.

Die Fertigung großformatiger Strukturbauteile in der Luftfahrtindustrie ist durch höchste Qualitätsanforderungen geprägt. Entsprechend ist die Qualitätsprüfung mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Vor diesem Hintergrund leistet die Arbeit von Herrn Reuter einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung vermeidbarer Prüfaufwände in der Qualitätssicherung. Hierzu wurden Fertigungs-, Maschinen- und Simulationsdaten genutzt, um qualitätsrelevante Bauteilmerkmale virtuell zu bewerten.

Im Rahmen seiner Dissertation entwickelte Herr Reuter einen Ansatz, der Digitale Zwillinge mit datengetriebenen Qualitätsmodellen und Methoden des maschinellen Lernens verbindet. Auf dieser Grundlage können Formabweichungen und Oberflächenrauheiten bereits während der Bearbeitung virtuell vorhergesagt und mit den geforderten Qualitätsmerkmalen abgeglichen werden. Dadurch lässt sich der Umfang der Qualitätsprüfung bauteilspezifisch anpassen und auf tatsächlich notwendige Messungen beschränken. Die Untersuchungen zeigten, dass sich der Prüfaufwand für geeignete Bauteilmerkmale um bis zu 75 % reduzieren lässt, ohne die Zuverlässigkeit der Qualitätssicherung zu beeinträchtigen.

Unterstützt wurde Herrn Reuters Arbeit im Rahmen des durch die NBank geförderten Forschungsprojekts „VerticalE2E – Vertikal integrierte, nachhaltige End-to-End-Fabrik“. Ziel des Verbundprojekts war die Entwicklung einer durchgängig digitalisierten und nachhaltigen Prozesskette. Mit seinen Forschungsergebnissen leistete Herr Reuter einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung der industriellen Qualitätssicherung. Diese Ansätze werden im Nachfolgeprojekt DataPlan weiter erforscht.

Während seiner Zeit am IFW war Herr Reuter in der Abteilung „Funktionsorientierte Prozessplanung“ tätig, deren Leitung er zuletzt übernahm. Seine Expertise im Bereich der datenbasierten Qualitätssicherung bringt er heute bei der Lenze SE als Leiter des Corporate Quality Engineering in die industrielle Praxis ein.

Das IFW dankt Herrn Reuter herzlich für seine hervorragende Arbeit, gratuliert ihm zur erfolgreich abgeschlossenen Promotion und wünscht ihm für seine persönliche und berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.