Die Herstellung keramischer Schleifscheiben basiert auch heute noch in hohem Maße auf der Erfahrung der Mitarbeitenden. Grundlegende Wirkzusammenhänge innerhalb des Herstellungsprozesses sind bislang nur unzureichend bekannt, und vorhandenes Wissen ist häufig an einzelne Prozessexperten gebunden und damit nur begrenzt verfügbar. Vor diesem Hintergrund leistete die vorliegende Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur systematischen Untersuchung der gesamten Herstellprozesskette keramischer Schleifwerkzeuge. Dabei konnten signifikante Prozessstellgrößen identifiziert und deren Einfluss auf die Eigenschaften der Schleifscheiben umfassend analysiert werden.
Darüber hinaus beschränkte sich die Dissertation nicht allein auf die Erforschung des Herstellungsprozesses, sondern bezog auch die Einsatzvorbereitung sowie das Einsatzverhalten keramischer Schleifwerkzeuge ein. Auf diese Weise wurde erstmals die vollständige Herstellungskette einschließlich ihres Einflusses auf den Schleifprozess bis hin zum fertigen Werkstück ganzheitlich abgebildet. Mit diesen Ergebnissen schafft die Arbeit eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschungsaktivitäten. Sie bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für weiterführende Grundlagenuntersuchungen und eröffnet neue Möglichkeiten für die systematische Erforschung weiterer Bindungssysteme keramischer Schleifwerkzeuge.
Unterstützt wurde Herrn Geschwinds Arbeit im Rahmen des ZIM-Projekts „SemiFS“, das die wissensbasierte Auslegung des Fertigungsprozesses von Schleifscheiben aus hochharten Schleifmitteln erforscht. Die Förderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) unterstreicht neben der hohen wissenschaftlichen Relevanz zugleich den bedeutenden industriellen Nutzen seiner Arbeit.
Das IFW dankt Herrn Geschwind herzlich für seine hervorragende Leistung, gratuliert ihm zur erfolgreich abgeschlossenen Promotion und wünscht ihm für seine persönliche sowie berufliche Zukunft bei der Diamant-Gesellschaft Tesch GmbH weiterhin viel Erfolg und alles Gute.