IFW-Mitarbeiterin Beate Legutko: „Wir arbeiten daran, das Abbauverhalten von Magnesiumimplantaten an die Heilungsprozesse des menschlichen Körpers anzupassen. Dies geschieht durch eine präzise Funktionalisierung, die sowohl die Patientensicherheit erhöht als auch die Notwendigkeit von Folgeeingriffen reduziert.“
Im Fokus des Forschungsvorhabens stehen Magnesiumimplantate, die vor allem im Bereich der Frakturheilung eingesetzt werden. Durch die Resorption des Implantatmaterials können Folgeeingriffe vermieden werden. Da die Implantate in ihrem Lebenszyklus mechanischen Lasten ausgesetzt sind, ist es für die Patientensicherheit von entscheidender Bedeutung, dass das Degradationsverhalten an den Heilungsprozess des Knochens angepasst ist. Bei zu früher Degradation wäre die Stützwirkung des Implantats unzureichend. Andererseits kann es bei einer verzögerten Degradation zu dem sogenannten Stress Shielding Effekt kommen. Dabei wird die mechanische Last über das Implantat geleitet, wodurch der Knochen im Bereich des Implantats abgebaut wird.
Das Degradationsverhalten hängt maßgeblich von der mechanischen Belastung sowie den Oberflächeneigenschaften des Implantats ab. Daher wird in diesem Projekt der Einfluss des Fertigungsprozesses auf die Oberflächen- und Randzoneneigenschaften der Magnesiumimplantate und folglich auf deren Abbauverhalten untersucht. Ziel ist es, durch eine angepasste Einstellung der Oberflächen- und Randzoneneigenschaften die Degradationskinetik unter mechanischer Belastung für die Knochenheilung sowie Patientensicherheit zu optimieren. Die Erkenntnisse sollen eine Grundlage für die Auslegung von Magnesiumimplantaten schaffen, sodass die Patientenversorgung verbessert werden kann.
Kontakt:
Für weitere Informationen steht Ihnen Beate Legutko unter der Telefonnummer +49 511 762 18336 oder per E-Mail an legutko@ifw.uni-hannover.de gern zur Verfügung.